Louis Andries­sen

Werke:
  • "Volharding" für Klavier und 9 Bläser
Konzerte:

26. Okt VOLHARDING!

Der Sohn des Kom­po­nis­ten und Diri­gen­ten Hen­drik Andries­sen und jüngs­te Bruder des Kom­po­nis­ten Jur­ria­an Andries­sen stu­dier­te am König­li­chen Kon­ser­va­to­ri­um in Den Haag bei seinem Vater und bei Gerard Hen­ge­veld (Piano) sowie bei Kees van Baaren. Wei­te­re Stu­di­en absol­vier­te er 1962 bis 1963 in Mai­land bei Lucia­no Berio sowie in Berlin. Der frei­schaf­fen­de Kom­po­nist lehrt seit 1974 selbst am König­li­chen Kon­ser­va­to­ri­um in Den Haag Instru­men­ta­ti­on und Kom­po­si­ti­on. 1977 erhielt er für seine Kom­po­si­ti­on De Staat einen ersten Preis des von der Unesco aus­ge­schrie­be­nen Kompositionswettbewerbs.

Andries­sen ist ein Künst­ler, dessen „Ent­wick­lung ent­schei­dend von den poli­ti­schen Umbrü­chen der sech­zi­ger Jahre beein­flusst wurde“. So war er Mit­glied eines Kom­po­nis­ten-Kol­lek­tivs, das 1969 die anti­im­pe­ria­lis­ti­sche Oper Rekon­struk­ti­on (Recon­struc­tie) schrieb. Mit diesem Kol­lek­tiv, zu dem Misha Men­gel­berg, Peter Schat, Jan van Vli­j­men und Rein­bert de Leeuw gehör­ten, aber auch mit Willem Breu­ker und Harry Mulisch führte er wäh­rend eines Kon­zer­tes von Ber­nard Hai­tink und dem Con­cert­ge­bouw-Orches­ter die Noten­kra­ker­sac­tie durch, um die Auf­füh­rung zu ver­hin­dern. Er ist Mit­be­grün­der der Ensem­bles Orkest De Vol­har­ding (Bläser-Ensem­ble) (für das er 1972 bis 1976 schrieb) und Hoke­tus (1976); mit den Ensem­ble­stü­cken De Vol­har­ding und Hoke­tus fand er zugleich die Namen für die beiden Instru­men­tal­ensem­bles, mit denen er seine Vor­stel­lun­gen der Pro­duk­ti­on von Musik rea­li­sie­ren konnte – „als Ein­heit von Schöp­fer und Aus­füh­ren­den“. In seinem Kom­po­si­ti­ons­stil lassen sich Ein­flüs­se von Stra­win­ski wie auch der Mini­mal Music bemer­ken. Er beschäf­tig­te sich mit unter­schied­li­chen musi­ka­li­schen Gat­tun­gen und Kunst­for­men – auch mit Musik­thea­ter und Film. So ent­stand in Zusam­men­ar­beit mit Peter Greena­way der Film M is for Man, Music, Mozart.

Zahl­rei­che Arti­kel tragen seinen Namen, zumeist ver­öf­fent­licht in The Art of Ste­aling Time, und zusam­men mit Elmer Schön­ber­ger ver­fass­te er 1982 das Buch Het Apol­li­nisch Uur­werk (über­setzt von Jeff Ham­burg als The Apol­lo­ni­an Clock­work, Oxford Uni­ver­si­ty Press) eine Studie über Igor Stra­win­ski. 1994 war er künst­le­ri­scher Direk­tor des Melt­down Fes­ti­val in London. Des Wei­te­ren leitet er das jähr­lich durch­ge­führ­te Inter­na­tio­nal Young Com­po­sers Mee­ting in Apel­do­orn Niederlande.