Kalevi Aho

Der fin­ni­sche Kom­po­nist Kalevi Aho erhielt im Alter von 10 Jahren seinen ersten Vio­lin­un­ter­richt; aus dieser Zeit stam­men seine ersten Kom­po­si­tio­nen. Aho stu­dier­te an der Sibe­li­us-Aka­de­mie in Hel­sin­ki Vio­li­ne und bei Einoju­ha­ni Rauta­vaa­ra Kom­po­si­ti­on. 1971 erhielt er sein Diplom. Es folgte ein Stu­di­en­jahr bei Boris Bla­cher in Berlin. 1974 war Aho Sti­pen­di­at der Léonie-Son­ning-Musik­stif­tung. Von 1974 bis 1988 war Aho Dozent für Musik­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät Hel­sin­ki, von 1988 bis 1993 hatte er eine Pro­fes­sur an der Sibe­li­us-Aka­de­mie inne. Von 1992 bis 2011 war er Com­po­ser in Resi­dence der Sin­fo­nia Lahti, seit 2012 ist er »Ehren­kom­po­nist« des Orches­ters. Aho, der in Hel­sin­ki lebt, arbei­tet seit 1993 als frei­schaf­fen­der Kom­po­nist.

1990 wurde Aho mit dem Henrik-Stef­fens-Preis Lübeck aus­ge­zeich­net, 2000 wurde ihm für seine Ver­diens­te für das Musik­le­ben Finn­lands der Orden Pro Fin­lan­dia ver­lie­hen. 2016 erhielt er den Fin­ni­schen Staats­preis für Musik.

Kalevi Aho ist haupt­säch­lich als Kom­po­nist großer Orches­ter­wer­ke bekannt und schrieb bis­lang 17 Sin­fo­nien (die 17. ent­stand 2017), ferner 32 Instru­men­tal­kon­zer­te, 5 Opern, Vokal­wer­ke und zahl­rei­che Kom­po­si­tio­nen für diver­se kam­mer­mu­si­ka­li­sche Beset­zun­gen. Der Durch­bruch als Kom­po­nist gelang ihm mit seiner 1. Sin­fo­nie (1969) und dem 3. Streich­quar­tett (1971). Die Werke dieser Zeit zeigen neben Ein­flüs­sen von Schosta­ko­witsch auch neo­klas­si­zis­ti­sche Züge. Später wandte er sich einer poly­sti­lis­ti­schen, post­mo­der­nen Kom­po­si­ti­ons­wei­se zu. Seine teils iro­ni­sche Kon­tras­tie­rung von Stim­mun­gen und Stilen führte zu Ver­glei­chen mit Gustav Mahler und Alfred Schnitt­ke.

 

Zahl­rei­che Werke Ahos liegen in CD-Auf­nah­men vor, die Orches­ter­wer­ke vor­wie­gend unter der Lei­tung von Osmo Vänskä. Kalevi Ahos kom­po­si­to­ri­sches Gesamt­werk erscheint beim schwe­di­schen Label BIS.