04. Okt.
UNDER CONSTRUCTION

So. 15:00 / 16:00 / 17:00 Uhr

Wernigerode

Konzerthaus Liebfrauen (Baustelle)

Preis: Frei

Philharmonisches Kammerorchester Wernigerode

Bar Avni Dirigentin

György Ligeti „Rami­fi­ca­ti­ons“ für Streich­or­ches­ter

Gene Pritsker Void (UA, IMPULS-Auf­trags­kom­po­si­ti­on)

Arvo Pärt „Summa“ für Streich­or­ches­ter

Wo passt Neue Musik besser hin als an einen Ort, an dem Neues ent­steht?

Dem Enga­ge­ment des Kunst- und Kul­tur­ver­eins Wer­ni­ge­ro­de ist es zu ver­dan­ken, dass das Harz­städt­chen einen neuen städ­ti­schen Kon­zert­saal und das Phil­har­mo­ni­sche Kam­mer­or­ches­ter Wer­ni­ge­ro­de erst­mals eine feste Spiel­stät­te und damit eine lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve erhält. Geplant ist die Eröff­nung für den ersten Advent 2021. IMPULS darf nun die u.a. vom Deutsch­land­funk geprie­se­ne Akus­tik der ehe­ma­li­gen Barock­kir­che im Bau­stel­len­kon­zert „Under Con­struc­tion“ testen.
Der New Yorker Kom­po­nist, Musi­ker und DJ Gene Pritsker steu­ert mit „Void“ eine Urauf­füh­rung für das Bau­stel­len­kon­zert bei. Sein Werk für Holz­blä­ser­quin­tett und Schlag­zeug expe­ri­men­tiert mit erwei­ter­ten Tech­ni­ken, um eine Klang­land­schaft aus Leere und Dun­kel­heit zu schaf­fen. Begin­nend in der Leere tau­chen lang­sam zwei Melo­dien aus ihr auf, die durch ver­schie­de­ne Szenen inter­agie­ren und sich ent­wi­ckeln, um dann wieder in der Leere zu landen. Pritsker selbst beschreibt sein Werk als „selt­sa­men Void Waltz“, der aus den beiden Melo­dien besteht, die neben­ein­an­der exis­tie­ren und sich im Nichts ver­mi­schen.

György Lige­tis Meis­ter­werk „Rami­fi­ca­ti­ons« (Ver­äs­te­lung) nutzt die poly­pho­ne Tech­nik der Stimm­füh­rung: in einem Knäuel zusam­men­ge­bun­de­ne Ein­zel­stim­men bewe­gen sich diver­gent, so dass sich die Stimm­bün­del all­mäh­lich auf­lö­sen. Ein schwe­ben­des Netz aus 24 Ton­hö­hen ent­steht dadurch, dass die Hälfte der Streich­in­stru­men­te um einen Vier­tel­ton her­auf­ge­stimmt ist, wodurch eine ganz neue Art von „unsi­che­rer“ Har­mo­nik erzeugt wird.

Das Bau­stel­len­kon­zert endet mit Arvo Pärts medi­ta­ti­vem, ursprüng­lich für Chor­stim­men geschrie­be­nen Stück „Summa“ für Streich­or­ches­ter. Die schwe­ben­de kom­ple­xe Klang­schich­tung, beruht auf drei Tönen eines Moll­drei­klan­ges und basiert ursprüng­lich auf dem Text des Glau­bens­be­kennt­nis­ses in latei­ni­scher Spra­che.

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Bar Avni © Yamaguchi Atsushi