24. Okt.
ORBITING

Konzert & Lounge

Sa. 20.00 Uhr

Berlin

Prince Charles

Preis: 15 EUR

Werk vom VKKO für Salome Kammer (UA)

Vasi­li­ki Krimitza „Άυλη.“ (UA, IMPULS-Auf­trags­kom­po­si­ti­on)
Cle­mens K. Thomas Instal­la­ti­on „Orbit “ (UA, IMPULS-Auf­trags­kom­po­si­ti­on)
Gene Pritsker „Beethoven’s Erotic Eulogy“ (UA)  (nach „Eroi­ca­niz­a­ti­on“, Auf­trags­kom­po­si­ti­on 2020 Ensem­ble KONTRASTE Nürn­berg)

 

Mit Gene Pritsker und Salome Kammer

VKKO Orches­ter Mün­chen

 

IMPULS im Club!
Für die Fes­ti­va­ledi­ti­on 2020 erar­bei­tet das 20-köp­fi­ge Münch­ner Ver­wor­ner-Krause-Kam­mer­or­ches­ter eine ganz beson­de­re Kon­zert­ar­chi­tek­tur. Span­nungs­ge­la­den und inten­siv eröff­net das VKKO mit Eigen­kom­po­si­tio­nen von Ver­wor­ner und Krause, die vom Fes­ti­val­mot­to „Enter The Void“ inspi­riert sind. Das Orches­ter ist hier­bei als offe­ner Orga­nis­mus im Raum ver­teilt und teil­wei­se „begeh­bar“. Im Mit­tel­punkt steht dann die Stimm­künst­le­rin Salome Kammer, deren vokale Wen­dig­keit ein­ge­fan­gen werden soll, jedoch mit größ­ter Ruhe und Inten­si­tät. Zwi­schen mas­si­ven Akkord­wel­ten mit tech­no­idem Impe­ra­tiv und reso­lu­ten Groo­ves als Beto­nung einer den­noch sub­ver­si­ven Fra­gi­li­tät eröff­net sich eine neue Facet­te von Kam­mer­or­ches­ter­klang, die pop­kul­tu­rel­le Ästhe­tik mit zeit­ge­nös­si­scher Musik amal­ga­mi­siert.

Durch den Raum bewe­gen sich die Zuhörer:innen auch bei der Instal­la­ti­on von Cle­mens K. Thomas. Der in Frei­burg leben­de Kom­po­nist hat sich von aus­ge­dien­ten alten tech­ni­schen Gerä­ten inspi­rie­ren lassen. Im Raum ver­teilt sind tech­ni­sche Par­ti­kel und his­to­ri­sche Gerät­schaf­ten, die in einer Mischung aus (alten) Sci­ence-Fic­tion-Uto­pien und Nach­rich­ten his­to­ri­scher Bege­ben­hei­ten Frag­men­te des mensch­li­chen Stre­bens nach extra­ter­res­tri­scher Erkun­dung wie­der­ge­ge­ben: Hier ein Röh­ren­fern­se­her, dort eine ana­lo­ge Über­wa­chungs­ka­me­ra, irgend­wo in der Ecke surrt ein Dis­ket­ten­lauf­werk oder kratzt eine Vinyl­na­del. Die nutz­lo­sen Maschi­nen werden dabei zu Klang­er­zeu­gern und ver­wei­sen auf sich selbst: Ich bin alt und komme aus einer Zeit, in der Maschi­nen noch Krach machen durf­ten.

Die Grie­chin Vasi­li­ki Krimitza, erfolg­rei­che IMPULS-Mas­ter­class-Teil­neh­me­rin, kon­tras­tiert den Abend mit ihrer Kom­po­si­ti­on „Άυλη.“ (griech. imma­te­ri­ell), ein Werk, das eng mit der Idee der kör­per­lich ‑meta­pho­ri­schen- Para­ly­se ver­bun­den und auf psy­chi­sche oder geis­ti­ge Pro­zes­se gegrün­det ist. Es ent­hält Ansät­ze oder greift Wün­sche auf, sich vom Irdi­schen zu distan­zie­ren und zurück­zu­tre­ten und in der Seele zu ver­tie­fen. Das eigene Über­stei­gen wird the­ma­ti­siert, offen bleibt jedoch, ob das eine posi­ti­ve Erfah­rung ist oder nicht. Denn das Ganze ist mit der Wir­kung des Todes auf die Psyche und dem Wissen um die Ver­gäng­lich­keit des Men­schen eng ver­bun­den.

 

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Salome Kammer © Christoph Hellhake