Osval­do Goli­jov

Werke:
  • „Last Round“ for Double String Quartet and Bass
Konzerte:

16. Okt BrennWeite

Der 1960 gebo­re­ne Osval­do Goli­jov wuchs in einem ost­eu­ro­päi­schen jüdi­schen Haus­halt in La Plata, Argen­ti­ni­en inmit­ten klas­si­scher Kam­mer­mu­sik, jüdi­scher Lit­ur­gie- und Klez­mer­mu­sik und des neuen Tangos von Astor Piaz­zol­la auf. Nach­dem er am dor­ti­gen Kon­ser­va­to­ri­um Kla­vier und Kom­po­si­ti­on bei Gerar­do Gan­di­ni stu­diert hatte, zog er 1983 nach Israel, wo er bei Mark Kopyt­man an der Jeru­sa­lem Rubin Aca­de­my stu­dier­te und sich in die gegen­sätz­li­chen Musik­tra­di­tio­nen dieser Stadt ver­tief­te. Als Goli­jov 1986 in die USA zog, pro­mo­vier­te er dort an der Uni­ver­si­ty of Penn­syl­va­nia und war ein Sti­pen­di­at bei Tan­gle­wood bei Oliver Knus­sen.

In den frühen 90er Jahren begann Goli­jov eng mit zwei Streich­quar­tet­ten zusam­men­zu­ar­bei­ten, dem St. Law­rence und dem Kronos. Beide Ensem­bles waren die ersten, die Goli­jovs vola­ti­len und kate­go­rie-her­aus­for­dern­den Stil in seiner wahren, voll­stän­di­gen Form prä­sen­tier­ten. Kronos erwei­ter­te Goli­jovs musi­ka­li­sche Fami­lie auch durch die Zusam­men­ar­beit mit Künst­lern wie der rumä­ni­schen Zigeu­ner­band Taraf de Hai­douks, der mexi­ka­ni­schen Rock­grup­pe Café Tacuba, dem Tablas-Vir­tuo­sen Zakir Hus­sain und dem legen­dä­ren argen­ti­ni­schen Kom­po­nis­ten, Gitar­ris­ten und Pro­du­zen­ten Gus­ta­vo San­taol­al­la. Goli­jov ließ sich von der Stimme von Dawn Upshaw inspi­rie­ren, für die er meh­re­re Werke kom­po­nier­te, dar­un­ter die „Drei Lieder für Sopran und Orches­ter“, die Oper „Aina­da­mar“ , die Zyklen „Ayre“ und „She Was Here“.

Die Urauf­füh­rung von Goli­jovs Markus-Pas­si­on erober­te im Jahr 2000 die Musik­welt im Sturm. Das im Auf­trag von Hel­muth Ril­ling für das European Music Fes­ti­val zum 250. Todes­tag von J.S. Bach kom­po­nier­te Werk wurde vom Label Hänssler Clas­sic ver­öf­fent­licht und erhielt 2002 Grammy- und Latin-Grammy-Nomi­nie­run­gen. Zur Pre­mie­re von „Ayre“ grün­de­te Goli­jov ein wei­te­res vir­tuo­ses Ensem­ble: The Anda­lu­ci­an Dogs. Zusam­men mit Dawn Upshaw wurde das Stück in der Zankel Hall urauf­ge­führt und es 2005 auf einer Grammy-nomi­nier­ten CD für Deut­sche Gram­mo­phon auf­ge­nom­men.

Goli­jov erhielt zahl­rei­che Auf­trä­ge von großen Ensem­bles und Insti­tu­tio­nen in den USA und Europa. Eine enge Zusam­men­ar­beit ver­bin­det den mehr­fach preis­ge­krön­ten Kom­po­nis­ten zudem mit dem Diri­gen­ten Miguel Harth-Bedoya sowie den Sän­ge­rin­nen Lucia­na Souza und Biella da Costa; dem Cel­lis­ten Yo-Yo Ma, Alisa Wei­ler­stein, Maya Beiser und Matt Hai­mo­vitz; dem Kaman­cheh-Vir­tuo­sen Kayhan Kalhor und dem Schlag­zeu­ger Jamey Haddad; auch mit jungen, talen­tier­ten Musi­kern wie Micha­el Ward-Ber­ge­man, Gon­za­lo Grau, Ljova, Jeremy Flower und Cris­ti­na Pato; Ensem­bles wie das Atlan­ta Sym­pho­ny, das Boston Sym­pho­ny, das Chi­ca­go Sym­pho­ny, das Silk Road Ensem­ble und die achte Amsel; der Künst­ler Gronk, der Dra­ma­ti­ker David Henry Hwang und die Regis­seu­re Fran­cis Ford Cop­po­la und Peter Sel­lars.

2007 wurde er zum ersten Com­po­ser-in-Resi­dence beim Mostly Mozart Fes­ti­val gekürt. Er war außer­dem Com­po­ser-in-Resi­dence beim Chi­ca­go Sym­pho­ny Orches­tra, beim Spo­le­to USA Fes­ti­val und bei Music Alive der Los Ange­les Phil­har­mo­nic Serien, Marl­bo­ro Music, Ravi­nia, Ojai, Trond­heim und Hol­land Fes­ti­vals.

Goli­jov ist Loyola Pro­fes­sor für Musik am Col­le­ge of Holy Cross in Worces­ter, MA, wo er seit 1991 unter­rich­tet.